Hugo-von-Trimberg-Volksschule Niederwerrn

 
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Tag des deutschen Butterbrots
Das Butterbrot im Zeitalter der Globalisierung

Seit Toastbrot, Müsli und Cornflakes in Deutschland an Beliebtheit gewinnen, wird das Butterbrot immer mehr vom Frühstückstisch verdrängt. Als Zwischenmahlzeit wird es bei Schulkindern vermehrt durch Donuts, Hamburger und Pommes Frites ersetzt, bei der arbeitenden Bevölkerung ist ein warmes Mittagessen üblich geworden. Zum familiären Abendessen hat es sich bis zu einem gewissen Grade gehalten.

Morgens, halb zehn in Deutschland: Brotzeitdosen auf und schon lacht sie einen an: die Stulle. Heute ist Tag des deutschen Butterbrots - eine kleine Hommage an ein schlichtes Objekt der Begierde.

"Vergiss dein Butterbrot nicht!" Wohl jeder erinnert sich daran, wie die Mutter morgens die Brotdose in den Ranzen steckte. Schlimmer war allerdings, wenn sie während der Schulstunde an die Tür klopfte, um dem kleinen Sonnenschein das Pausenbrot hinterher zu tragen, dass er auf dem Küchentisch vergessen hatte. Peinlich berührt murmelte man "Danke Mama" und hoffte, dass sie möglichst schnell wieder gehen würde. Unter dem Grinsen der Mitschüler aß man dann in der großen Pause sein liebe-voll geschmiertes Butterbrot.

Dabei hatte die peinliche Mutter von damals gar nicht so Unrecht. Das Butterbrot ist eine Zwischenmahlzeit mit vielen Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen; es sorgt dafür, dass nicht nur Kinder ausreichend Energie haben, um einen anstrengenden (Schul-)Tag zu überstehen. Heute wird der Deutschen liebste Zwischenmahlzeit gefeiert - der Tag des deutschen Butterbrots soll den Menschen die schlichte Stulle näher bringen und gleichzeitig beweisen, dass sie mehr ist als nur eine Scheibe Brot mit fetter Butter.

Denn ein Butterbrot ist erst dann wirklich gesund, wenn man die richtigen Zutaten wählt. Angela Bechthold von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung weist darauf hin, dass ein gutes Butterbrot ein möglichst frisch belegtes Vollkornbrot oder Graubrot sein sollte. dünn mit Butter bestrichen.

Dabei steckt gerade im Vollkornbrot die volle Power. In den Randschichten des Korns und des Keimlings finden sich die meisten Nährstoffe - Calcium und Phosphor sind wichtig für den Knochenbau, Spurenelemente wie Kupfer, Mangan und Zink fördern den Stoffwechsel. Ballaststoffe sorgen dafür, dass die Gedanken nicht den ganzen Tag um das Negerkussbrötchen des Nachbarn kreisen - das Sättigungsgefühl hält länger an, die Verdauung wird angeregt.

Weißbrot dagegen enthält kaum Nährstoffe, zudem kann das verarbeitete Weißmehl nur einen schnellen und damit kurzfristigen Anstieg des Blutzuckerspiegels gewährleisten, weshalb man schnell wieder Hunger hat. Und der artet oft in Heißhungerattacken aus. Deswegen: Vollkornbrot gegen das schlechte Gewissen. Einfacher kann gesunde Ernährung nicht sein.

Finger weg vom Dreieck

An fast jeder Tankstelle kann man inzwischen Dreiecksverpackungen mit industriell gefertigten Sandwiches kaufen. Vom dem immer beliebter werdenden Sandwich rät Bechthold aber ab: Zwischen den Weißbrotscheiben finden sich oft fette Beläge, Remoulade und kaum Gemüse. Als gesundes Butter-brot will Bechthold diese Matschbrote keineswegs bezeichnen.

Butterbrot-Fans aufgepasst!

Um das deutsche Butterbot vor dem Aussterben zu bewahren, hat sich sein größter Fan etwas aus-gedacht: Auf www.butterbrot.de  findet man alles zum Thema Stulle. Rezepte, Comics und Oden an das Butterbrot laden ein zum Reinbeißen.

zusammengestellt von Elisabeth Kirchner