Hugo-von-Trimberg-Volksschule Niederwerrn

 
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Eltern und Lehrer ziehen gemeinsam an einem Strang



Das war das Thema eines Elternabends in der Aula der Hugo-von-Trimberg-Volksschule am Donnerstag, 9.Oktober. Dazu eingeladen haben die Schulleitung, der Förderverein und der Elternbeirat – und zahlreiche Interessierte waren gekommen. Der Referent des Abends , Werner Gratzer ist Rektor einer großen Volksschule in Regensburg, Buchautor, Lehrbeauftragter an der Universität Regensburg, in der Lehrerfortbildung in allen Bundesländern tätig und wie er besonders betonte auch Vater dreier Töchter.

Am Nachmittag hatte Gratzer, ebenfalls in der Aula, bereits vor dem gesamten Niederwerrner Kollegium referiert. Das Thema war hier : ‚Unterrichtsstörungen, Aggression (Gewalt) an Schulen- sind wir machtlos? Wenn nach neuesten Erkenntnissen ca. 50% der Familien zerbrächen, bleibe dies natürlich nicht ohne Folgen für die Kinder. Weitere Ursachen für die Entstehung  von aggressiven Verhalten seien zu suchen in der egozentrischen Denkweise unserer Gesellschaft, dem hohen und unkontrollierten Medienkonsum von Kindern, in der zunehmend Werteverschiebung und zunehmend schwierigen Verhältnissen im schulischen Bereich.

Gratzer , Übungsleiter in einem Sportverein; unterstrich die Bedeutung von den Sportvereinen für das soziale Lernen von Kindern und warnte die Eltern davor, ihr Kind durch zu hohe Erwartungen oder eine falsche Schullaufbahn zu überfordern. Wichtig ist ein offener Umgang von Schülern, Eltern und Lehrkräften miteinander für eine effektive Erziehung.

Besonders ging Gratzer auf die problematische Altersphase der Vorpubertät ein, wenn der Eltern-Kind-Dialog immer schwieriger wird, aber trotzdem aufrecht erhalten werden muss. Er empfahl den Eltern, wenn das Gespräch nicht mehr möglich sei, es einmal mit einem schriftlichen Meinungsaustausch zu probieren. Im schulischen Bereich hätte sich bei nicht mehr ‚erreichbaren‘ Schülern der ‚Verstärkervertrag‘ bewährt, in dem konkrete Verhaltensziele mit einer Belohnung gekoppelt seien.

Viele seiner Ausführungen waren humorig unterlegt. Zum Abschluss  präsentierte der Referent  teils provokante Thesen, aber auch ermutigende Ratschläge bei einfühlsamer Hintergrundmusik.

Die Schlussthese des engagierten Referates lautete: ‚Jedes Kind, das Probleme macht, hat Probleme.‘

Langanhaltender Beifall  beendete einen beeindruckenden ‚Elternabend der anderen Art. Rektor Walter Langenberger bedankte sich mit herzlichen Worten beim Referenten.