Europaschule

Foto: Uwe Eichler
Zwölf Sterne für eine Schule
Staatsministerin Emilia Müller zeichnet Trimbergschule für
Europa-Projekte aus
Eine Schule mit zwölf Sternen: Staatsministerin Emilia Müller
(links) überreichte Rektorin Ute Kempf die “Europa-Urkunde“ für die
Hugo-von-Trimberg-Schule, aufgrund besonderer Leistungen in Sachen
europäischer Einigung.
Russland gehört auch dazu: Zumindest beim „Troika“-Tanz der Klasse 4c,
bei dem russische Pferdchen mit den Hufen klappern durften. Rund 100
Schüler stammen aus der Russischen Föderation oder Kasachstan. Neben
Ländern wie Türkei, den USA und Brasilien oder Afrika ist auch
Griechenland vertreten. Die gemeinsame Poppenhäuser-Niederwerrner
Schulband (ein Steckenpferd des neuen Konrektors Matthias Schranner)
spielte zum Auftakt die Europahymne. Viel Politprominenz im Saal, aber
auch Vertreter der Europa-Union, geistige Vordenker der Einigung seit
der Nachkriegszeit (mitgegründet durch den Buchenwald-Überlebenden Eugen
Kogon). Ebenfalls anwesend waren die Partnerschaftsbeauftragten der drei
Comenius-Partnerschulen in Wales, Norwegen und Spanien: Kerina Hanson,
Rune Ask und Monica Fernandez. Mit dabei auch Klavdija Cerovsek aus
Maribor, Slovenien: Ihre Schule steht noch in den Startlöchern, was die
künftige Partnerschaft angeht.
Emilia Müller lobte die Volksschule als eine der besten Schulen mit
europabezogenen Projekten in Bayern. Dafür gibt es die Europa-Urkunde,
die nur einmal im Jahr vergeben wird. Eine Ehre, die Rektorin Ute Kempf
ebenso wie ihrem Vorgänger Walter Langenberger und der „gesamten
Schulfamilie“ gebühre. Denn: „Hier wird der Europagedanke verwirklicht.“
Die Niederwerrner Volksschule hat zunächst schulische Bande mit Ifs, der
Partnerkommune in Frankreich geknüpft. Ab 2005 folgten
Comenius-Projekte, zum Thema Outdoor-Teaching, also „Unterricht in
freier Natur“. Und das Thema Wasser, als verbindendes Element in Europa.
Ebenso gibt es Spendenaktionen aller Schulen, etwa für ein krankes
Mädchen in Polen. Auch dorthin gab es Kontakt. In Niederwerrn werden
Englisch- und Französisch-Kurse angeboten, letzteres in Zusammenarbeit
mit dem Olympia-Morata-Gymnasium Schweinfurt.
Bürgermeister Peter Seifert sieht die Urkunde auch als Auszeichnung für
eine gelungene, umfassende Symbiose zwischen der Gemeinde und ihrer
Schule: insgesamt sind hier 47 Nationen vertreten. „Europa ist ein
Garant des Friedens“, lobte Rektorin Ute Kempf, wie ein zartes
Pflänzchen wachse ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Landrat Harald
Leitherer nutzte die Feierstunde für einen aktuellen Seitenhieb auf
„Irre“, „rechte Sektierer“ und „braune Fanatiker“. Deutschland sei in
Europa immer Durchzugsgebiet gewesen. Trotz oder gerade wegen der
momentanen „Wirren“ sei es wichtig, dass sich Jugendliche näherkämen.
Dieses Kennenlernen bedeute nicht, nationale Eigenheiten aufzugeben und
einen „Einheitsbrei“ zu schaffen.
Anton Halbich, Kreisvorsitzender und Schulbeauftragter der Europa-Union
Unterfranken, fühlte sich „fast benommen“ von dem bunten Programm:
„Niederwerrn ist ein Leuchtturm Europas in ganz Bayern.“ Nach der
Europahymne ging's zum Buffet, angerichtet durch die Cooking Angels der
Schülerfirma.
Von unserem Mitarbeiter Uwe Eichler